{"id":168,"date":"2018-11-12T19:38:18","date_gmt":"2018-11-12T19:38:18","guid":{"rendered":"http:\/\/profamilia-root.ch\/?page_id=168"},"modified":"2018-11-13T06:05:10","modified_gmt":"2018-11-13T06:05:10","slug":"pro-familia-ab-1966-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/profamilia-root.ch\/?page_id=168","title":{"rendered":"Pro Familia ab 1956"},"content":{"rendered":"<h1><strong>1954<\/strong><\/h1>\n<p>In den Jahren 1954 bis 1956 reifte im damals christlich-sozialen Lager, das sich vorwiegend aus Mitgliedern der KAB (Katholischer Arbeiterbund) und der Gewerkschaft der christlichen Textil- und Bekleidungsarbeiter zusammensetzte, der Gedanke, f\u00fcr die Arbeiterschaft g\u00fcnstige Wohnungen zu bauen. Eine &#8222;Kerngruppe&#8220; aus diesem Lager liess sich vom damaligen Pfarrer Pius V. Meyer beraten.\u00a0Pfarrer Meyer verstand es, diese Kerngruppe f\u00fcr ihr Vorhaben zu begeistern und &#8222;am Ball&#8220; zu halten. Nach diversen Vorabkl\u00e4rungen und Beratungen entschloss sich diese Kerngruppe, eine Wohnbaugenossenschaft zu gr\u00fcnden. Die Vorarbeiten zur Gr\u00fcndung der Wohnbaugenossenschaft wurden vorangetrieben und die Statuten der Wohnbaugenossenschaft &#8222;Pro Familia Root&#8220; erarbeitet.<br \/>\nDer Zweck der Genossenschaft wurde in Art. 3 der Statuten wie folgt umschrieben:<br \/>\n&#8222;Die Genossenschaft verfolgt den Zweck, mit Beihilfe privater und \u00f6ffentlicher Mittel, in gemeinsamer Selbsthilfe, auf dem Gebiet der Kirchgemeinde Root preiswerte Wohngelegenheiten f\u00fcr ihre Mitglieder und weniger Bemittelte zu schaffen.&#8220; Damit stand der soziale Gedanke des ganzen Unternehmens im Vordergrund.<\/p>\n<h1><strong>1956<\/strong><\/h1>\n<p>An der Gr\u00fcndungsversammlung waren folgende Gr\u00fcnder anwesend:<br \/>\nPius V. Meyer, Pfarrer<br \/>\nAlbert Weiss, Schreiner<br \/>\nJakob D\u00fcrm\u00fcller, SBB-Beamter<br \/>\nJosef Weiss, Buchbinder<br \/>\nJosef Untern\u00e4hrer, Saalmeister<br \/>\nJulius Duss, Buchhalter<br \/>\nJosef Stirnimann, Fabrikarbeiter<br \/>\nLeo G\u00fcntert, Kaufmann<br \/>\nJosef Bisang, Schreiner<br \/>\nJosef Tr\u00fceb, SBB- Angestellter<\/p>\n<p>Das Stiftungsstatut wurde gem\u00e4ss Gr\u00fcndungsprotokoll vom 29. Januar 1956\u00a0\u00a0 einstimmig genehmigt und die Wohnbaugenossenschaft gegr\u00fcndet. Die Verwaltung der Genossenschaft wurde wie folgt bestimmt:<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Jakob D\u00fcrm\u00fcller<br \/>\nVizepr\u00e4sident Josef Untern\u00e4hrer<br \/>\nAktuar Leo G\u00fcntert<br \/>\nKassier Albert Weiss<br \/>\nBeisitzer Pfarrer Pius Meyer<br \/>\nJosef Stirnimann<br \/>\nJosef Weiss<\/p>\n<p>Als Mitglieder der Kontrollsteile wurden gew\u00e4hlt:<br \/>\nJulius Duss und\u00a0Josef Bisang<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndungsversammlung fand am 29. Januar 1956 im Pfarrhaus in Root statt und wurde von Rechtsanwalt und Notar Dr. iur. Josef Duss, Luzern, beglaubigt und verurkundet.<br \/>\nMit der Gr\u00fcndung der Wohnbaugenossenschaft Pro Familia Root entstand f\u00fcr die Verwaltung vordergr\u00fcndig die Aufgabe:<br \/>\n1. Geld zu beschaffen<br \/>\n2. Bauland zu sichern<\/p>\n<p>Beide Aufgaben konnten kurzfristig gel\u00f6st werden. Die ersten zw\u00f6lf Genossenschaftsmitglieder, vorab die Gr\u00fcnder, zeichneten kurzfristig Fr. 15&#8217;000.- an Anteilscheinen.<br \/>\nDa die Genossenschaft bis zum Bezug des Hauses Ronmatt \u00fcber kein Einkommen verf\u00fcgte, verzichteten die Genossenschafter auf eine Verzinsung des Anteilscheinkapitals, obwohl das meiste Kapital von einfachen Leuten mit bescheidenem Einkommen zur Verf\u00fcgung gestellt wurde.<\/p>\n<h1><strong>1957<\/strong><\/h1>\n<p>Anl\u00e4sslich der Generalversammlung vom 28. April 1957 wurde eine Projekt\u00e4nderung beschlossen. Die Gr\u00f6sse der Parzelle erm\u00f6glichte es, zwei Mehrfamilienh\u00e4user zu 6 bis 8 Wohnungen zu planen.<\/p>\n<h1><strong>1959<\/strong><\/h1>\n<h1><strong><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-70 aligncenter\" src=\"http:\/\/profamilia-root.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DSCF1848-1.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"75\" \/><\/strong><\/h1>\n<p>An der Generalversammlung vom 8. Februar 1959 wurde das Projekt &#8222;Ronmatt&#8220;, ein 8 Familienhaus genehmigt und ein Baukredit von Fr. 230&#8217;000.- bewilligt. An der Vorstandssitzung vom 15. September 1959 wurden die Mietzinse f\u00fcr die Wohnungen im Haus Ronmatt wie folgt festgelegt:<\/p>\n<p>3 Zimmerwohnung: Fr. 125.- plus Fr. 22.- Nebenkosten<br \/>\n4 Zimmerwohnung: Fr. 134.- plus Fr. 27.- Nebenkosten<\/p>\n<p>Der damalige Hauswart, Georg Freiburghaus, wurde mit Fr. 15.- monatlich entsch\u00e4digt. Die Baukommission, bestehend aus den Herren Alphons Schnyder, Pr\u00e4sident, Pius K\u00f6pfli, Heinrich Huber und Georg Freiburghaus haben ausgezeichnete Arbeit geleistet. Der Kostenvoranschlag konnte um den sagenhaften Betrag von Fr. 32&#8217;000.- unterschritten werden. Dank dem guten Abschluss der Bauabrechnung wurde beschlossen, einen kulturellen Beitrag zu leisten. Kunstmaler Gody Hirschi, Root, wurde beauftragt, an der S\u00fcdostfassade ein Wandbild zu malen. Dieses Wandbild, die Heilige Familie darstellend, gab innerhalb der Genossenschaft wie auch in der Bev\u00f6lkerung viel zu diskutieren, was aber dem Kunstwerk keinen Abbruch tat.<\/p>\n<h1><strong>1963<\/strong><\/h1>\n<p>Unter der technischen Beratung von Architekt Josef Br\u00fcndler, Root, wurde die Planung des zweiten 8-Familienhauses (Ronhof) in Angriff genommen. An der Generalversammlung vom 14. August 1963 wurde ein Baukredit von Franken 400&#8217;000.- beschlossen. Infolge ungerechtfertigter und unerwarteter Einsprachen wurde der Baubeginn bis zum Sp\u00e4tsommer verz\u00f6gert.<\/p>\n<h1><strong>1965<\/strong><\/h1>\n<p>Trotzdem konnten im Fr\u00fchjahr 1965 die Wohnungen bezogen werden. Die Mietzinse betrugen f\u00fcr eine<\/p>\n<ul>\n<li>3 Zimmerwohnung: Fr. 240.-<\/li>\n<li>4 Zimmerwohnung: Fr. 285.-.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr die Mitfinanzierung wurde bei den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden ein\u00a0 Subventionsgesuch eingereicht. Dieses Gesuch wurde an der Gemeindeversammlung von Root abgewiesen. Die grosse Entt\u00e4uschung zeigt sich in der \u00c4usserung anl\u00e4sslich der Generalversammlung vom 14. August 1963. Zitat: <em>&#8222;Herr Hug ist \u00fcberrascht \u00fcber die Ablehnung unseres Subventionsgesuches. Es mute fast unglaublich an, wenn sich eine Gemeinde unter fadenscheinigen Ausfl\u00fcchten um ihre sozialen Verpflichtungen herumdr\u00fccke, nachdem soziale Baugenossenschaften grosse Leistungen aufweisen k\u00f6nnen&#8220;.<\/em> Diese Situation zeigt deutlich auf, dass die christlich-sozialen Gruppierungen zu dieser Zeit kaum ernst genommen wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1954 In den Jahren 1954 bis 1956 reifte im damals christlich-sozialen Lager, das sich vorwiegend aus Mitgliedern der KAB (Katholischer Arbeiterbund) und der Gewerkschaft der christlichen Textil- und Bekleidungsarbeiter zusammensetzte, der Gedanke, f\u00fcr die Arbeiterschaft g\u00fcnstige Wohnungen zu bauen. Eine &#8222;Kerngruppe&#8220; aus diesem Lager liess sich vom damaligen Pfarrer Pius V. 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